Montag, 28. September 2015

Unterm Holderbusch

"...einige nennen mich Mutter Holunder, andere nennen mich Dryade, aber eigentlich heiße ich Erinnerung"    -Christian Andersen 

Ab heute gibt es hier wieder ein neues Label: Eat Me! Eigentlich kann ich jetzt schon im voraus sagen, dass es nicht sooo unheimlich viele Rezepte von mir geben wird, denn mein Dasein als begeisterte Küchenfee kommt und geht phasenweise. Ich koche regelmäßig frisch und gesund, wobei für mich das Zubereiten aber meistens nur der unumgängliche Weg zum Ziel ist. Ich werde wohl nie die leidenschaftliche Hobbyköchin und -bäckerin werden, aber zwischendurch habe ich auch meinen Spaß dran, ein bisschen zu experimentieren und freue mich dann, wenn´s schmeckt :)
Hier gibt es jetzt aber keine Experimente, sondern ein ganz einfaches, bewährtes Rezept. Den Anstoß dazu hat die liebe Naddel von "Verliebt in Zuhause" mit ihrer neuen Mottolinkparty "Kompott statt Kompost" gegeben, bei der es darum geht, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und stattdessen was schönes draus zu kochen oder zu backen. Diesen Monat geht´s bei der Linkparty speziell um das Thema "kein Obst und Gemüse für die Biotonne" und dazu ist mir auch etwas eingefallen. Zum Beispiel unser geliebter Holundersaft, der hier jedes Jahr wieder frisch gekocht wird. Holunderbeeren sind reich an Vitamin C und stärken daher die Abwehrkräfte, weshalb der Saft grade im Winter besonders wertvoll ist. Man kann ihn kalt trinken, oder auch erhitzen und mit ein wenig Honig und einem Spritzer Zitrone trinken. Falls man mal ganz durchgefroren nach Hause kommt, gibt es auch noch die Glüh-Variante: Holundersaft erhitzen, ein Schuss Rum, ein bisschen Zimt und Vanille, und schon hat man einen leckeren, wärmenden Holunderpunsch. Im Sommer kann man den Saft mit kaltem Mineralwasser verdünnen und einen Spritzer Zitrone dazugeben, sehr erfrischend! 


 Holunder haben wir hier zwar keinen im Garten, aber in unserer Umgebung gibt es viele Holunderbüsche und grade jetzt zu dieser Zeit sind die Holunderbeeren reif. Am besten ist es, wenn man sich Büsche sucht, die nicht so nah an einer Straße liegen, wegen der Abgasbelastung.
Die Beeren werden dann abgeschnitten, am besten ganz knapp, mit so wenig Stängeln wie möglich. Wenn man will, kann man die Beeren mit einer Gabel ganz von ihren Stängeln befreien, bei uns werden die Stängelchen aber einfach dran gelassen. Den Saft kann man auch in einem normalen Kochtopf kochen, aber das ist sehr aufwändig, da man ihn hinterher durch Tücher pressen muss, um den Saft von den Beeren zu trennen. Aber man kann es sich auch einfach machen: mit einem Schnellkochtopf! Man braucht:

  • 1 kg Holunderbeeren
  • 100g Zucker
  • 3 kleine Tassen Wasser
  • ergibt ca. 1 Liter Holundersaft

Beeren und Zucker in den Siebeinsatz des Schnellkochtopfes geben, Wasser drüberkippen und das ganze dann zum kochen bringen und ca. 15 Minuten lang dampfgaren/entsaften. Danach kann man den Saft einfach mit einem Trichter in vorgewärmte Flaschen mit Bügelverschluss füllen, und fertig! Der Saft hält sich sehr lange, wir haben vor kurzem noch eine Flasche vom letzten Jahr geöffnet, und er war noch sehr lecker!


Aber ich muss sagen, dass bei uns wirklich nicht sehr viel Biomüll anfällt - Hühner sind einfach die besten Kompost-Maschinen, die es gibt. Unterm Birnbaum gibt es bei uns auch nicht viel Fallobst dank dem verfressenen Hund. Sie liebt Birnen und pflückt sich manchmal fünf Stück hintereinander ab. Da muss man eher Angst haben, selbst keine mehr abzubekommen :D



Kommentare:

  1. Wie schön Rezepte!
    Kochen ist nicht so meins, aber ab und zu überkommt mich das Backen.

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    1. Ich koche meistens lieber, weil es einfach notwendiger ist als backen :D Notgedrungen quasi...aber manchmal hab ich eben auch Spaß dran ;)

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  2. Na da seit ihr ja gewappnet für den Winter.....
    Ich wollte dieses Jahr auch welchen machen.................
    Ja Hühner sind schon echt praktisch oder?
    Ich würde auf unsere nicht mehr verzichten wollen...
    Euer Hund ist aber auch ein Schnuffi.
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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    1. Ja, Hühnchen sind wirklich praktisch, und ich finde, das Gackern von denen macht so ein schönes Gartenfeeling :D Ich würde sie eigentlich auch ungern missen wollen (gut...bin schon ganz froh, dass der Mann die Stallarbeit macht...) Liebe Grüße :)

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  3. Wirklich schön, was du alles machst! Ich habe bisher noch nie warmen Holundersaft getrunken, allerdings schmeckt der bestimmt gut. Ich bin schon in den Genuß von Holunderblütensirup von einer Freundin getrunken, der war super!

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    1. Dafür habe ich noch nie Holunderblütensirup getrunken, klingt auch echt gut!

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  4. Oh wie schön...ich liebe Holunder, gerade im Winter als Saft und Punsch <3 Und aus den Blüten lässt sich im Sommer auch tolle Limo machen :)

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    1. Ich mag Holunder auch unheimlich gern! Limo aus Blüten habe ich auch noch nie gehört, muss ich mir auch mal unbedingt merken!

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  5. To be honest, I have never drunk any juice from black lilac, but sounds like it's very healthy and tastes great. Great idea, dear :)

    http://crafty-zone.blogspot.com/

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    1. You must try, it tastes really good! Thanks :)

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  6. eine wunderbare Idee mit der Eatme-Kategorie....:)...ich werde auf jeden Fall reinschauen, denn ich koche bei uns ja nicht sondern das macht Herr Merlina....und so kann ich dann bestimmt Dinge an ihn weitergeben, ausserdem sind neue Rezepte hier immer was tolles...:)

    Holundersirup ist soooo lecker, meine Mom hat früher immer im Sommer die Limo aus den Blüten gemacht, die war soooo lecker....

    Liebe Grüsse :*

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    1. Ach, du Glückliche! Hier koche ich meistens, aber mein Mann auch ab und zu mal. Also diese Limo aus den Blüten muss ich wohl echt mal ausprobieren, die scheint echt lecker zu sein, wenn hier alle so schwärmen :D Liebe Grüße :*

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  7. Perfekt! Ich mache ja immer gerne Holunderblütensirup - jetzt gibts auch noch Verwendung für die Beeren! Habe zwar keinen Schnellkochtopf, aber das hält mich bei den Blüten ja auch nicht davon ab sie zu kochen *gg*
    Ich finde die Glühpunsch-Variante total gut, falls ich welche finde probiere ich das mal aus!

    Liebe Grüße,
    Rike

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    1. Ja, der Glühpunsch ist wirklich lecker und hält auch noch warm. Der ist nur leider sehr süffig, da muss man echt aufpassen O.o Liebe Grüße :)

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  8. Holunder ist eine wunderbare Pflanze. Ich mache im Frühjahr immer Holunderblütensirup und meine Kinder stehn total auf Holunderbeerengelee.
    Viele Grüße
    Friedalene

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    1. Jetzt habt ihr mich überzeugt, ich muss diesen Holunderblütensirup unbedingt ausprobieren! Gelee haben wir hier auch schon gekocht, das fand ich auch richtig lecker! Liebe Grüße!

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    2. Ich habe auch ein Rezept für Fliederblütensirup ; )
      Bei Interesse einfach melden....
      Viele Grüße
      Friedalene

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  9. Halli Hallo liebe Lorkyn,
    sehr lecker! Sehr sehr lecker :-)
    Ich habe zwar noch nie welchen selbst gemacht, aber ich habe in meinem Bekanntenkreis immer genügend Leute, die sich Aufgesetzten (also mit Schnaps) davon machen. Hach, und wenn die gut gemacht sind, ist das wirklich köstlich.

    Das mit dem Kochen/Backen kam bei mir auch erst nach der Ausbildung. Ich bin sicherlich keine 5Sterne-Gourmet-Küchenfee, aber ich habe schon Gefallen daran gefunden. Ähnlich wie du, geht es mir vor allem darum mein Essen selbst zuzubereiten und zu wissen was drin ist.

    Ganz klasse finde ich ja eure Hündin. Ich musste bei dem Bild gerade sogar lachen. Da pflückt sie sich selbst die Birnen herunter! Wie g*** :-D
    Hühner finde ich auch klasse. Wenn ich hier und bei manch anderen davon lese, dann fange ich jedes Mal darüber nachzudenken mir welche anzuschaffen. Aber irgendwie passen die momentan nicht in unseren Alltag. Vielleicht in einigen Jahr ;-)

    Sodele, ich husche mal weiter durch meine Bloggertour und freue sehr mich, dass du mit einem Rezept am Start bist !
    Herzliche Grüße
    Naddel

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