Dienstag, 23. Mai 2017

Mit Feuer und Farbe

Und schon wieder sind zwei Wochen vergangen, so schnell kann es gehen... Erstmal vielen Dank für eure Kommentare in letzter Zeit, ich freue mich wirklich jedes mal über eure lieben Worte <3 Und ich muss unbedingt auch mal wieder bei allen vorbeischauen. So viel los war in letzter Zeit, da wussten wir manchmal gar nicht, wo uns der Kopf steht. Aber gewerkelt wird immer, das ist doch auch irgendwie so eine Art Beruhigungstherapie, habe ich mir sagen lassen :)


Ich liebe es ja, neue Dinge auszuprobieren, und Erprobtes zu kombinieren. Also dachte ich mir, ich bringe mal ein wenig Farbe ins Spiel. Also habe ich als erstes mal wieder den Brandmalkolben geschwungen, und danach die Zwischenräume mit Acrylfarben bemalt. Gar nicht so einfach, in die Ecken zu kommen, aber ich finde, der Effekt lohnt sich. Das Kästchen mit dem Raben war mein erstes buntes Feuerholz, es ist auch schon auf dem Weg zu einer Insel.


In letzter Zeit gehe ich immer mehr dazu über, direkt mit dem Brennkolben loszulegen, ohne vorzuzeichnen. Irgendwie ergeben sich dabei neue Formen, so wie sie wollen. Und meine Pünktchen dürfen natürlich auch nicht fehlen, erst ganz eng, und dann immer weiter auseinander; so habe ich es mir irgendwann mal ausgetüftelt, und seitdem taucht es immer wieder auf. Macht doch unheimlich Spaß, seinen eigenen Stil zu entwickeln :)


Und weil wieder Dienstag ist, schaue ich mal wieder beim creadienstag und bei Handmade on tuesday vorbei. Eine schöne restliche Woche wünsche ich euch!!!

Dienstag, 9. Mai 2017

Was liegt da in der Luft?




Der Frühling, natürlich. Und den mussten wir an Beltane natürlich ausgiebig begrüßen. Es ist so schön, dass alles wieder grün und hell ist, alles fühlt sich schon wieder viel leichter an.
Aber nicht nur schönes und magisches, auch andere Dinge schweben hier von Zeit zu Zeit vorbei und bringen mich zum Nachdenken. Nichts Schlimmes, nein nein. Aber manchmal werden einem doch bestimmte Dinge bewusst, und Menschen, von denen man ein bestimmtes Bild hatte, zeigen auf einmal ein ganz anderes. Es steckt nicht immer drin, was draufsteht. Manchmal ist es besser, wenn man mal genauer hinsieht.


Aber wie weit ich mich davon beeinflussen lasse, liegt natürlich nur an mir.
Also habe ich beschlossen, dass man nicht immer höflich sein muss, vor allem dann nicht, wenn man schon viel gegeben hat -ob bewusst oder unbewusst.

Viel lieber freue ich mich über den Frühling, auch wenn sich die Sonne in letzter Zeit wirklich etwas öfter sehen lassen könnte. Aber unser Gemüse wächst und gedeiht, wobei mein Mann die Tomaten nochmal neu gezogen hat, da die ersten leider erfroren sind. Wir haben Waldmeister in den Garten gepflanzt und dieses Jahr unsere erste selbstgemachte Maibowle getrunken. Drei neue Hühnchen sind eingezogen, in eines davon habe ich mich auf Anhieb verliebt. Aber für ein Foto sind sie zur Zeit einfach noch zu aufgeregt.

Draußen am Waldrand habe ich auch eine ganz tolle Entdeckung gemacht: die Knoblauchrauke. Schon seit Ewigkeiten halte ich die Augen auf nach wildem Bärlauch. Scheinbar scheint er überall zu wachsen, nur hier bei uns nicht. Vor kurzem war mir dann diese Pflanze am Wegesrand aufgefallen.

Die unteren Blätter sind eher rund, erst nach oben hin werden die Blätter der Knoblauchrauke spitzer.

Brennesseln? Nein, piekst nicht und sieht anders aus. Taubnesseln? Auch nicht, viel zu hoch. Als ich dann mal ein Blättchen gepflückt und zwischen den Fingern verrieben habe, viel mir sofort der Knoblauchgeruch auf. Kein Wunder, es handelt sich nämlich um die Knoblauchrauke. Und das beste: man kann sie essen! Früher schien die Knoblauchrauke noch viel bekannter und beliebter gewesen zu sein, heutzutage ist sie wohl ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei kann man viele schöne Dinge damit zaubern, denn sie schmeckt wirklich würzig knoblauchig. Allerdings sollte man sie nicht erhitzen, denn dann verfliegen die Aromastoffe. Ich Nudelfreak musste natürlich sofort mal ein Pesto daraus machen. Dafür habe ich Pinienkerne geröstet und diese zusammen mit einigen Händen Knoblauchraukenblättern, Olivenöl und Parmesankäse in den Mixer geworfen. Wenn alles klein ist, wird es einfach noch ein wenig abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer. Es leuchtet ganz wunderbar grün und schmeckt wirklich richtig lecker. 


Und jetzt bin ich gar nicht mehr so traurig, dass es hier keinen Bärlauch gibt, denn dafür haben wir viele, viele Knoblauchrauken. Auch im Salat kann man sie gut verwenden. Als nächstes werde ich mal ein Kräuteröl damit ansetzen.

Aber natürlich sind auch wieder neue Zauberhölzer entstanden. Ich liebe es, wie sie duften, und ich mag es auch unheimlich gern, wie meine Hände duften, nachdem ich etwas gebrannt habe :)


Der Vogel ist ein Roter Milan, eine Sonderanfertigung. Ein Raubvogel im Flug war mal wieder etwas ganz Neues für mich, dieses Projekt hat unheimlich Spaß gemacht.
Mal schauen, was ich als nächstes umsetzen werde.

Aber erstmal schaue ich mich mal wieder bei ein paar anderen kreativen Köpfen um:
creadienstag, EiNaB und Upcycling


Dienstag, 18. April 2017

Spiegelwald

Wie so oft um die Osterzeit, haben wir auch dieses Jahr wieder sehr durchwachsenes Wetter. Das Osterfeuer haben wir uns also dieses mal gespart, und wegfahren wollten wir über die freien Tage auch nicht. Also dachte ich mir, ich kann mich ja mal wieder ein wenig um meinen armen vernachlässigten Blog kümmern. Es ist ja schon wieder eine ganze Weile vergangen seit meinem letzten Post und zudem habe ich auch noch meinen zweiten Bloggeburtstag verpasst. Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht...


Ich habe in letzter Zeit ein wenig drüber nachgedacht, wie ich den Blog hier überhaupt weiter führen möchte. Durch meinen Shop werkel ich unheimlich viel, aber möchte ich hier immer nur meine Brandmalereien posten? Und Genähtes gibt es bei mir ja nicht so oft, daher ist es hier auch so ruhig geworden. Viele meiner Bilder landen mittlerweile bei Instagram und ich habe schon überlegt, ob ich es einfach dabei belassen und den Blog hier einfrieren soll. Aber eigentlich finde ich das doof. Schon früher fand ich es oft traurig, wenn einige meiner gern gelesenen Blogs still standen, weil die Bloggerinnen dafür lieber bei Instagram unterwegs waren. Es ist ja auch so einfach, ein Bildchen mit ein paar Worten dort zu posten. Aber auf der anderen Seite fühlt es sich für mich ein bisschen dort an, wie die Wegwerfgesellschaft für Bilder: angucken, liken, aus den Augen, aus dem Sinn. Ich mag Instagram sehr gern, aber an dem Blog hier hänge ich einfach, und es fühlt sich auch einfach viel persönlicher an. Man muss schon hierher kommen, wenn man etwas lesen will. Also bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich erstmal weiter so blogge, wie es mir grade in den Kram passt, und wenn es eben nur einmal im Monat eine Sammlung Feuerholz ist ;) Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt, ich kann für nichts garantieren.


Alles kann ich nicht zeigen -das sind nur einige der Stücke, die ich in letzter Zeit gewerkelt habe. Meine Kerzen haben sich teilweise ein wenig verändert, mittlerweile wachsen Bäume aus ihnen. Und Waldtiere gab es auch wieder, beide haben schon ein liebevolles Zuhause gefunden :)

Etwas neues habe ich in letzter Zeit auch ausprobiert. Fimo ist ja an sich nichts neues für mich, aber bisher habe ich nicht sehr viel damit experimentiert. Da waren ja vor zwei Jahren mal meine Mondhalsketten und die kleinen Rabenschädelchen, welche ich aus schwarzem Fimo gebastelt hatte. Aber jetzt sollte es noch ein wenig fummeliger und filigraner werden, ich habe mich mal an kleinen Waldwesen versucht:


Ich muss sagen, dass mir das unheimlich Spaß macht, die kleinen Wesen zu modellieren. Ich werde das bestimmt noch öfter machen, so als Ausgleich zur Brandmalerei. Trotzdem wird das Feuer immer an erster Stelle stehen. 

Ein wenig Wasser muss ich hier heute aber auch noch festhalten. Vor einiger Zeit habe ich nämlich in einem kleinen Waldstück ganz in unserer Nähe einen interessanten Ort entdeckt, eine Quelle. 


Das Wasser kommt hier aus einem Fels, und wird zu einem kleinen Bach. Dazwischen liegt eine große, moosige Schale, welche voll mit Blättern und Schlamm war. Wir haben einfach mal die Ärmel hochgekrempelt und sie vom Dreck befreit, und das Wasser mit einem Brett ein wenig umgeleitet, und siehe da!


Jetzt haben wir unseren eigenen Wunschbrunnen, den Spiegel im Wald.


Wir wissen nicht, was es mit der Schale auf sich hat, aber freuen uns über den schönen Ort. Das Wasser darin ist jetzt ganz klar, und zwischendurch fischen wir mal ein bisschen Laub hinaus.

Auch wenn ich mit unserer Hündin meist ganz in unserer Nähe unterwegs bin, gibt es doch immer wieder etwas Neues zu entdecken. Manchmal lohnt es sich, wenn man mal vom gewohnten Weg abweicht :) Eine schöne Woche wünsche ich euch!

Dienstag, 28. März 2017

Von Heilpflanzen, Seelentröstern und der Welt hinter dem Sichtbaren

~Man sieht nur mit dem Herzen gut...~

Was wäre die Welt wohl ohne Internet? Oft ist es ein Fluch und wenn man nicht aufpasst, lässt es einen nicht zur Ruhe kommen. Aber auf der anderen Seite gibt es dort so viel zu lernen und so viel neues zu entdecken. Allein Instagram steckt so voller Ideen und Dinge, auf die ich sonst wohl nicht aufmerksam geworden wäre. Eines davon ist ein Kräuterbuch, welches vor einiger Zeit bei mir eingezogen ist, und welches ich hier heute mal vorstellen möchte.


Wenn es um Kräuter und Heilpflanzen geht, bin ich ja sowieso immer sehr interessiert. Ich behaupte mal von mir, dass ich mich selbst relativ gut auskenne. Vor über zehn Jahren habe ich meinen Arzneimittelschein bekommen, dafür musste ich etliche Kräuter bestimmen können und ihre Wirkungsweisen auswendig lernen. Die Grundkenntnisse sind also da, auch wenn mein Wissen zwischenzeitlich ein wenig eingerostet war. In den letzten Jahren habe ich mich aber wieder mehr und mehr eingearbeitet, was auch ganz gut geklappt hat. 

Bei Instagram war mir dann dann zufällig die liebe Sonja Sacher über den Weg gelaufen. Sie postet dort regelmäßig über ihre handgemachten Kräuterwaren, schreibt Wissenswertes über die verschiedenen Pflanzen, und hat vor einiger Zeit ein Buch geschrieben. Aber warum noch ein Kräuterbuch für mich? Sonja ist eine Autorin "zum Anfassen". Man kriegt viel mit von dem, was sie mit ihren Zauberpflänzchen anstellt und man merkt, dass sie Ahnung hat. Und mir fehlte einfach noch ein schönes Buch mit Ideen und Anregungen, was sich noch so alles mit unseren heimischen Kräutern anstellen lässt. Daher sollte das Buch auch bei mir einziehen.


Dieses Buch ist so ganz anders, als die anderen in meinem Regal. Man merkt, dass sehr viel Herzblut drin steckt. Das interessante daran ist, dass es nicht nur ein Kräuterbuch ist -eigentlich sind es zwei Bücher in einem. Man erfährt darin viel über Sonja und ihre Vergangenheit, und wie sie zu ihrer Liebe zu den Kräutern gekommen ist. Man kann sich entscheiden: in den geraden Kapiteln liest man Sonjas Geschichte, in den ungeraden geht es um die verschiedenen Pflanzen. Aber man kann auch alles komplett durchlesen, alles greift wunderbar ineinander. 
Ich habe zuerst die geraden Kapitel gelesen; ich wollte einfach wissen, was dahinter steckt und es war ja sowieso noch zu kalt zum Kräuter sammeln. Es ist wirklich nicht ohne, was Sonja durchmachen musste, aber trotzdem steckt so viel Lebenswille in ihrer Geschichte und man erkennt, aus welchen Tiefen heraus ihr Kräuterwissen entstanden ist. Mir war vorher gar nicht bewusst, wie tiefgründig das Buch ist. Aber genau das ist es, was dieses Buch für mich so wertvoll macht. Es ist viel persönlicher, als meine anderen Bücher zu dem Thema. Ich habe dabei das Gefühl, ein geheimes Kräutertagebuch von einer guten Freundin vererbt bekommen zu haben. Zudem werden hier heimische Pflanzen beschrieben, welche ich selber suchen oder anbauen kann. 
Alles ist so greifbar.


Das Buch befasst sich mit 49 verschiedenen Pflanzen, und ist mit liebevollen Zeichnungen versehen. Unter den Pflanzen sind übrigens auch Bäume, was mich sehr freut.
Zu jeder Pflanze wird die Wirkungsweise beschrieben und zu welchen Zwecken man sie anwenden kann. Es gibt viele Rezepte und Tipps in dem Buch, zum Beispiel für Tees, Tinkturen, Badezusätze, Salben, Marmelade und Weinansatz. Außerdem werden die Jahreskreisfeste mit einbezogen, und auch dazu findet man tolle Tipps, unter anderem für Räuchermischungen. Den Räucherpflanzen wurde ein ganzes Kapitel gewidmet. 
Aber es gibt da natürlich noch die andere Ebene des Buches, die Welt hinter dem Sichtbaren, die Seelenebene. Und so werden auch die anderen Kräfte beschrieben -wie die Pflanzen auf unsere Seele und unser Gemüt wirken, ganz ohne sie zu verarbeiten. Sonja beschreibt ihre eigene Herangehensweise und die Verbindungen, die sie zu den verschiedenen Pflanzen hat. Dabei regt sie dazu an, sich auch mal ganz frei und unvoreingenommen an die Pflanzen heranzufühlen. 


Für mich ist das Buch eine wunderbare Sammlung an heimischen Kräutern, Rezepten und Wirkungsweisen der Pflanzen auf verschiedenen Ebenen.Ich finde das Buch so besonders, weil es eben nicht so trocken daherkommt, sondern einfach wunderbar zu lesen ist, und es so viele schöne Dinge zum Ausprobieren gibt. Es ist dabei unheimlich inspirierend und macht Lust darauf, sich noch näher mit unseren Pflanzen anzufreunden. Ich freue mich jedenfalls schon wieder sehr aufs Kräuter sammeln. Wenn ihr euch auch für das Buch interessiert, schaut doch mal bei Sonja vorbei, dort gibt es auch noch andere schöne Sachen: 


Ein kleines Upcycling kann ich heute aber auch noch zeigen. Mit dem Buch war nämlich eine schöne Räuchermischung zu mir gekommen, und bei der Gelegenheit wollte ich mal das Räuchern ohne Kohle ausprobieren. Leider mangelte es mir an einem passenden Räucherstövchen, aber Not macht ja erfinderisch 😉


Man nehme: ein Windlicht, einen alten Teefilter, ein bisschen Aludraht, am besten den etwas dickeren. Den Teefilter habe ich einfach mit der Schere zerschnitten, so dass ich nur noch den unteren Teil davon übrig hatte. Diesen habe ich dann einfach mit Draht umwickelt und an den Seiten je eine Halterung gebogen. Wenn ich ein tieferes/höheres Windlicht gehabt hätte, hätte ich den Teefilter einfach ganz gelassen, aber so wäre mir die Flamme zu nah an den Kräutern. Ich bin jedenfalls total begeistert von dieser Art zu Räuchern. Es stinkt nicht so nach Räucherkohle und die Aromen der Kräuter kommen viel besser zur Geltung. Allerdings habe ich mir angewöhnt, ein wenig durchlöcherte Alufolie in mein Sieb zu legen, wenn Harze in der Räuchermischung sind, so bleibt das Sieb sauber. So lernt man also immer wieder dazu. Bevor es jetzt zum Kräutersammeln geht, schau ich aber erstmal wieder bei Upcycling und EiNab vorbei :)