Freitag, 1. September 2017

Das dunkle Herz des Waldes

Schon wieder ein Brief von der Bücherei. Wieder mal Strafgeld für mich. Aber ich wollte "Das dunkle Herz des Waldes" doch noch unbedingt fotografieren, bevor ich es wieder abgebe. Jetzt kostet es tatsächlich schon Geld, wenn man seinen Blog verschludert.
Aber ich bin den Leuten von der Bücherei gar nicht böse, denn es ist schon super, wie sie sich ins Zeug legen. "Das dunkle Herz des Waldes" von Naomi Novik haben sie extra angeschafft, weil ich danach gefragt hatte. Im Internet war ich darüber gestolpert, und das Buch hatte so viele gute Rezensionen, dass ich es auch unbedingt lesen musste. Und natürlich hat mich der Name sofort angesprochen.


Bei der Geschichte handelt es sich um einen Phantasieroman, ein phantastisches Märchen. Bei Fantasy bin ich immer etwas vorsichtig. Ich mag es nicht so, wenn ich zu schnell in eine zu fremdartige Welt geworfen werde, oder wenn ich in den ersten 10 Seiten eines Buchs schon mit 12 gleich klingenden, andersartigen Namen konfrontiert werde. 
Bei diesem Buch ist das aber gar nicht so. 

Zur Handlung:
In einem kleinen beschaulichen Tal leben die Menschen ihr einfaches und glückliches Leben, welches nur davon getrübt wird, dass der dunkle Wald immer wieder seine dunklen Schatten verbreitet. Es gibt mehrere kleine Dörfer in dem Tal am Wald, welche alle unter dem Schutz des Drachen stehen. Nur er kann die bösen Mächte des dunklen Waldes aufhalten und die Dorfbewohner schützen. Aber der Drache ist kein Drache, sondern nur ein Mann -ein Magier, welcher allein in einem Turm lebt. Alle zehn Jahre wählt er sich ein Mädchen aus einem der Dörfer, welches dann zu ihm in den Turm zieht, und danach ganz verändert ist. Niemand weiß, was dort mit den Mädchen geschieht. Dieses mal fällt die Wahl auf Agnieszka, welche gar nicht darauf vorbereitet war, da sonst immer die schönsten und stärksten Mädchen gewählt werden. Ihre schöne Freundin Kasia hatte sich schon ihr ganzes Leben auf diese Bürde vorbereitet. Agnieszka hingegen ist ein wildes Mädchen, welches sich immer draußen herumtreibt, in zerrissenen und beschmutzten Kleider herumläuft, und ein wenig tollpatschig ist. Im Turm angekommen, fürchtet sie sich natürlich vor dem Drachen und versucht, ihm aus dem Weg zu gehen. Doch alles kommt ganz anders, als man vielleicht denken mag. Denn der Drache wählt seine Mädchen nicht nach Schönheit, sondern er sucht sich das Mädchen, welches den Funken der Magie in sich trägt.


Dieses Buch musste ich unbedingt hier vorstellen, weil es wirklich das beste ist, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Es hat mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt und war auch nicht vorausschaubar. Die Charaktere sind besonders, und vor allem Agnieszka habe ich ganz schnell ins Herz geschlossen. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben, aus der Sicht von Agnieszka. Teilweise lustig, teilweise ironisch, musste ich doch immer wieder schmunzeln über ihre Gedanken. Sarkan hingegen, der Drache, ist ein grummeliger, in sich gekehrter Typ, vor dem man fast erstmal Angst kriegen könnte. Die Geschichte entwickelt sich nach und nach und wird immer spannender und größer. Man blickt nicht sofort durch, was es mit dem dunklen Wald, dem Drachen und dem Tal auf sich hat. Die Geschichte ist sehr schlau gemacht, es fließen dabei nach und noch noch einige andere Komponenten mit ein. Die Magie spielt eine große Rolle, und zum Ende hin wird alles ziemlich episch. Ich mag an der Geschichte besonders, dass nicht immer alles sofort so ist, wie es scheint, und das nicht alles nur gut oder böse ist, sondern dass es auch ein Dazwischen gibt, und Gründe, warum etwas ist, wie es ist. 
Es ist schwierig, nicht zu viel zu verraten, denn das wäre wirklich schade. Ich kann das Buch sehr weiterempfehlen, und wenn man "Der Herr der Ringe" mag, ist man hier auf jeden Fall richtig. 
Wenn dieses Buch mal verfilmt werden sollte, bin ich die erste, die im Kino sitzt. Aber erstmal darf es wieder zurück in die Bücherei, und ich überlege mir, ob ich es mir nicht selbst mal zulege.
Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich euch ♥


Mittwoch, 16. August 2017

Aus dem Garten

Mitten drin stecken wir, im August, dem Erntemonat. Jetzt können wir ernten, was wir im Frühjahr gesät haben, und dank dem wechselhaften Sommer mit seinen vielen Regenduschen ist das einiges. Ich dachte mir, ich berichte mal ein wenig aus dem Garten.


Schon im Frühjahr, als der Boden fast noch zu hart war, hatte mein Mann in unserem Garten ein Beet angelegt, und sogar passende Zäune dafür gebaut. Mittlerweile hat er sich zu einem echten Gärtner entwickelt, und ich zu einer Köchin für vegetarische Hausmannskost. Wir waren uns anfangs nicht sicher, ob in unserer Erde Gemüse gut wachsen würden, und ob wir nicht vielleicht unerwünschte Besucher bekommen würden, Schnecken zum Beispiel. In den letzten Jahren hatten wir nur ein wenig Gemüse auf dem Balkon in kleinen Holzkästen gezogen, alles recht übersichtlich. Dieses Jahr sollte die Ernte jedoch etwas größer ausfallen. Ein wenig Hühnermist im Gießwasser ist gut für den Boden, haben wir gelesen. Und da ist was dran. Aber etwas anderes als diesen natürlichen Dünger haben wir nicht benutzt, alles bio :) Zu Anfang konnten wir die kleinen Pflänzchen im Beet noch kaum vom Unkraut unterscheiden, es war kaum zu glauben, dass uns das mal ernähren soll. Zur Zeit können wir jeden Tag etwas neues ernten, für zwei Personen mehr als genug!


Ich wusste nicht, wie unheimlich gut es duftet, wenn man Möhren aus der Erde zieht, erdig und wurzelig und möhrig ♥ Anfangs gab es nur ein paar vereinzelte, und einige Zeit später waren sie alle gleichzeitig fertig. Und da geht es dann los mit den Überlegungen, was wir damit anstellen. Denn nicht nur Möhrchen, sondern auch Zucchinis und Kohlrabis haben wir zuhauf.
Wir hätten sie auch schon früher ernten können, aber wie schnell sind ein paar Tage vergangen...und so hatten wir auf einmal Riesenzucchinis. Die erste wog knapp 3 kg, und kurz danach folgte dann die zweite, mit fast 4 kg. 


Der Hund ist auch immer sehr angetan von dem Gemüse, aber genau aus diesem Grund gibt es ja die Zäune. Zwischendurch bekommt sie auch mal ein Möhrchen, und um den Rest muss ich mir dann Gedanken machen wegen der Zubereitung. 
"1001 Zubereitungen für Zucchini" wäre fast der Titel eines Kochbuchs geworden, das ich schon schreiben wollte. Wo ich sonst drei kleine Zucchini für einen Auflauf gekauft hatte, kann ich jetzt drei große Aufläufe aus nur einer Zucchini machen. Aber auch Gemüsepfannen, Eintöpfe, Salate, gefülltes Gemüse, und selbstgemachten Aufstrich gibt es in letzter Zeit bei uns. Ein schönes Gefühl, sich aus dem eigenen Garten ernähren zu können. 


Und das Gemüse schmeckt nicht nur frisch und lecker, sondern auch irgendwie nach dem Leben, wie es früher gewesen sein muss. Essen, was grad da ist, und wenn viel davon da ist, gibt es am nächsten Tag eben nochmal Eintopf, oder wir nehmen den Rest mit zur Arbeit. Man braucht schon Zeit für so ein Beet, und wenn man dann ernten kann, muss man auch dranbleiben, um alles zu essen und nichts wegzuschmeißen. Mal eben schnell nach einem stressigen Arbeitstag ein paar Brötchen futtern? Führt dazu, dass man etwas wegschmeißt. Und wenn man mal selber ein wenig Liebe und Energie in so eine Gemüsepflanze gesteckt hat, schmeißt man sehr ungern etwas weg. Früher hatten die Leute Angst um ihre Ernte, Angst vor dem Verhungern. Wir müssen uns erst wieder dran gewöhnen, nicht zu viel zu kaufen -nur das, was wir wirklich brauchen. Ich habe selber an mir gemerkt, wie sehr ich darauf getrimmt bin, schnell noch einkaufen zu fahren nach der Arbeit. Es ist wie eine kleine Umstellung.
Jetzt frage ich mich, was wohl grade reif ist, und was ich daraus machen kann.

die kleinen Paprika wachsen auch schon ganz fleißig

Heutzutage ist ja alles darauf ausgelegt, dass es schnell geht. Und das muss es ja leider meistens auch. Arbeiten gehen, nachmittags nach Hause kommen, schnell etwas essen oder essen gehen, und dann den Ausgleich für sich suchen. So läuft es ja oft ab. Und so kauft man dann eben schnelles Essen und irgendwelchen unnötigen Kram, von dem man glaubt, dass er glücklich macht. Es ist schon irgendwie ein komischer Kreislauf, in dem wir stecken.
Natur gehört für viele nicht mehr dazu, und Essen muss möglichst billig sein und schnell gehen.

Brombeeren ♥ Dieses Jahr scheint es wirklich viele zu geben, bei uns sind die Sträucher voll davon.

Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht, in unserm kleinen Grabebeet. Huuhhh, ein Reim 😏
So langsam wird es mir schon wieder so ein bisschen herbstlich, und ich freu mich schon wieder sooo auf Kürbissuppe. Ein paar Hokaidos warten schon, und natürlich der eine, der Riesenkürbis. Aber der darf noch wachsen, wir wollen mal schauen, wie groß er wohl wird. 
Kürbiskutsche und so.


Meinen Gemüseauflauf schicke ich heute mal wieder zu EinfachNachhaltigBesserLeben .

Lasst es euch gut gehen ♥

Dienstag, 8. August 2017

Sonne, Mond und Feuerholz

Heute bin ich auch mal wieder beim kreativen Dienstag, dem Creadienstag dabei, und nutze die Gelegenheit, um meinen Blog mal mit ein paar Sommerbildern und meinen letzten Brandmalereien anzufüllen.


So sieht es aus, wenn auf dem Land, zwischen den abgeernteten Feldern die Sonne untergeht. Das Bild ist ein paar Tage nach Lughnasadh, dem Schnitterfest, entstanden. Wenn es tagsüber zu warm ist, gehen wir eben abends eine Runde spazieren. Ich liebe dieses goldene Abendlicht, wenn alles nach Heu duftet und die Luft schon langsam kühler wird.
Da könnte der Sommerurlaub ruhig doch noch ein wenig länger dauern...


All that is gold does not glitter, Not all those who wander are lost...

Ob sich Herr Tolkien das Gedicht auch bei abendlichen Sommerspaziergängen ausgedacht hat? Wie auch immer, ich mag es jedenfalls sehr, und daher ziert nun eine Zeile davon einen meiner hölzernen Kerzenhalter.


Aber ein wenig Symmetrie musste auch mal wieder sein. Das brennen von "Crystal Grids" finde ich immer unheimlich entspannend und meditativ. Dabei kann ich mit Formen und Punkten spielen, etwas ergänzen, etwas weg lassen wie es mir gefällt.


Auch magische Dinge sind wieder entstanden. Dieses Waldmagiepentakel hier durfte sich schon auf die Reise machen, aber der Lavendel ist hier geblieben. Vielleicht werde ich mir in nächster Zeit mal ein paar Kräutersäckchen nähen.


Und was macht der Rabe da auf dem Schreibtisch?
Bald sind sie wieder da, die herbstlichen Saatkrähen, ich freue mich schon wieder darauf ♥


Zwei hölzerne Göttinnen wohnen auch schon bei ihren neuen Besitzerinnen. Das Birkenholz hat die Form einfach wunderbar vorgegeben. Für meine Holzkerzen verarbeiten wir Reststücke, von Fällungen aus privaten Gärten. Mein Mann schafft es immer wieder, schöne Formen rauszuholen, und für mich ist es immer wieder spannend, welche Bilder mir zu den Hölzern einfallen :)


Und zuletzt habe ich noch ein Bild von gestern Abend, von der partiellen Mondfinsternis. Noch ein paar Minuten, nachdem der rote Mond aufgegangen war, konnte man sie sehen. 
Habt ihr es auch gesehen?


Donnerstag, 3. August 2017

Immergrün.

So langsam wird es doch mal Zeit für ein paar neue Sommerklamotten, auch wenn der Sommer dieses Jahr hier bei uns ein ständiges Auf- und Ab bedeutet. Entweder Kleidchen oder Regenjacke.
Ich habe mich mal wieder für grünen Stoff entschieden, und für einen ganz unkomplizierten, simplen Schnitt. Das sind einfach die Klamotten, die ich am meisten trage.


Genau so unaufgeregt, wie das Shirt, war auch die Arbeit an der Nähmaschine. Den Schnitt habe ich von einem alten Langarmschirt abgenommen und ein wenig geändert, weil ich mal wieder gerne Zipfel haben wollte. Die Säume habe ich einfach wieder nur mit dem Overlock-Stich versäubert. Ich mag es, dass sich die Säume dann so schön wellen, und dass es einfach und unkompliziert ist. Ich muss mich erstmal wieder richtig mit meiner Nähmaschine anfreunden, aber so langsam kriege ich wieder Lust aufs Nähen. 


Ein selbstgemachtes Armband ist auch noch entstanden, diesmal aus der Lederschnürung einer alten Motorradhose ;) Einfach eine dicke Perle auf die eine, und eine Schlaufe an die andere Seite, und fertig! Das Armband trage ich fast jeden Tag, so gern mag ich es. 


Aber der wechselhafte Sommer hat auch was Gutes: der Garten freut sich. Und so haben wir dieses Jahr riesige Zucchinis in unserem neuen Beet, zur Zeit gibt es fast jeden Tag Zucchini-Irgendwas bei uns. Aber die Kürbisse können sich auch sehen lassen, einige sind schon ziemlich groß. Vielleicht kann ich mir im Herbst ja wirklich eine Kürbiskutsche aus einem schnitzen, wenn es so weitergeht. Aschenputtel lässt grüßen :)


Und ab zu Rums, dort gibt's mal wieder viele andere kreative Projekte!